Siegfried Trogisch

 

Aktuell

New York.  High Line zwischen Whitney Museum of Amercan Art und Hudson Yards

Die High Line war einmal eine Hochbahntrasse für den Güterverkehr zur Erschließung der ca. 250 Schlachthöfe und der Industriebetriebe in West Chelsea und des Meatpacking-Districts im Westen Manhattans. 1932 wurde der Verkehr aufgenommen. Ab den 1950er Jahren verließen die Betriebe das Viertel. In den 1960er bis zu den 1990er Jahren wurden erste Teile der Brückenkonstruktion abgerissen. Um 2000 engagierte sich eine Initiative für den Erhalt des Restes und die Umnutzung in eine Parkanlage nach dem Vorbild der promenade planteé in Paris. Inzwischen ist der letzte Bauabschnitt fertiggestellt. Die High Line beginnt heute am neu errichteten Whitney Museum of Modern Art (Architekt Renzo Piano) und führt über gut 2 Kilometer zu dem komplett neuen Stadtviertel Hudson Valley mit mondäner Einkaufsmeile, Luxuswohnungen und Büros in Hochhäusern von Star-Architekten, dem Kunstzentrum „The Shed“ und dem begehbaren Kunstwerk “The Vessel“ aus 154 verschiedenen Treppen.

15 Jahre Science Center Phaeno in Wolfsburg

Die Durchführung des Architektenwettbewerbs für das in Wolfsburg vorgesehene Science Center im Jahr 1999 und die Realisierung des Projektes nach der von Zaha Hadid Architects entwickelten Planung ab 2000 gehörte zu den komplexesten Bauaufgaben, die wir in meiner Zeit bei der NEULAND Wohnungsgesellschaft mbH zu bewältigen hatten. Meine häufige Baustellenpräsenz bot die Chance, den Baufortschritt fotografisch zu begleiten. Inzwischen ist das „phaeno“ eines der beliebtesten Reiseziele in der Region. Vielleicht interessiert ein Blick in den Bildfundus der Entstehungsphase.

Stufenhochhaus  in Wolfsburg-Detmerode abgebrochen

Seit Ende der 1960er Jahre markierte das “Stufenhochhaus” des Berliner Architekten Baumgarten den Ortseingng des Stadtteils Detmerode in Wolfsburg. Seine markante Silhouette prägte das Stadtbild. Für die Bewohner war es eine beliebte Heimat. Doch die Konstruktion erwies sich als nicht dauerhaft tragfähig. Aus Sicherheitsgründen musste es weichen. Die verlassenen Wohnungen zeigten noch kurz vorher die Lebensspuren, die die ehemaligen Bewohner beim Auszug hinterließen. Ein dokumentierter Abschied.

Urbanität durch Dichte

Das war um die frühen 70er Jahre in den westdeutschen Ballungsbebieten das städtebauliche Leitbild. Etwa zeitgleich mit dem Zusammenbruch des marktbeherrschenden Wohnungsunternehmens “Neue Heimat” gerieten auch diese Wohngebiete durch soziale und technische Problemein die Krise. “Jedenfalls brauchen sie sich um die Zukunft keine Gedanken zu machen, da haben sie genug zu tun, das alles wieder abzureißen” prognostizierte “Der Spiegel” bereits in einer Karikatur im Jahr 1976. Der Stadtteil Westhagen in Wolfsburg blieb von dieser Prognose nicht verschont.

Tempel und Gärten in Japan

Über Jahrhunderte hat sich in Japan die Gestaltung vonGärten zu einer Kunstform entwickelt, die naturlandschaft, Religion, Philosophie und Ästhetik – häufig auch auf kleinstem Raum – nachgestaltet. Mittel hierzu ist häufig die “geborgte Landschaft”. Geharkter Kies erinnert an das Meer, Steinblöcke ragen daraus hervor wie inseln. Wandelgärten sind zum Flanieren angelegt, Tempel- und Zen-Gärten wollen in meditativer ruhender Stellung betrachtet werden. Die Vielfalt der Gärten ist erheblich. Ich versuche sie durch eine unsystematische Reihenfolge in meinem Beitrag darzustellen. Die Bilder entstanden im Rahmen einer Reise durch Japan im Jahr 2017.

Beelitz

Die zwischen 1898  und 1930 in Beelitz bei Berlin errichteten Arbeiter-Lungenheilstätten bilden ein denkmalgeschütztes Ensemble von 60 Gebäuden. Im 1. und 2. Weltkrieg dienten sie als Lazarett und Sanatorium für erkrankte und verwundete Soldaten. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde das Gelände von der Roten Armee übernommen. Bis 1994 dienten die Heilstätten als größtes Militärhospital der russischen Armee im Ausland. Ein großer Teil der Anlage ist verfallen. Die Mischung aus ungewöhnlicher Architektur und Verfall macht die Heilstätten zu einer attraktiven Kulisse für Fotografen, die auf “lost places” unterwegs sind.

AGFA Box

Auf meiner Homepage spielt die Fotografie eine wesentliche Rolle. Mit einer AGFA Box für 9 Mark neunzig fing ich im Alter von 10 Jahren damit an. Ich besitze die Box noch heute als “Museumsstück”. Mein Equipment hat sich mit den Jahren verändert. Das Interesse an der Fotografie ist geblieben. Mit der Zeit haben sich auch die Bildinhalte gewandelt. Berufsbedingt bilden Architektur und Stadt einen Schwerpunkt. Als Gasthörer an der HBK Braunschweig erfuhr das Spektrum durch die Zusammenarbeit mit Sonja Wegener, Maria Sefsz und die jungen Mitstudierenden eine deutliche Ausweitung.

Profil
Entwicklung

* 17.12.1940
Schulzeit, Wehrdienst, Baustellenpraxis
1961 – 1968 Studium der Architektur (Hochbau, Städtebau und Wohnungswesen) TH/TU Braunschweig
1968   Studienabschluss Diplom-Ingenieur
1968 – 2004 aktive Berufsphase
2004 – 2008 HBK Braunschweig, Fotografische Arbeiten bei Sonja Wegener und Maria Sefsz, Gasthörer und Privatunterricht

† 21.05.2020

Berufsweg
1968 – 2004 Projektmanagement und Unternehmensleitung in der Planungs-, Stadtentwicklungs- und Immobilienwirtschaft

1968
Projektmanagement Neubau der Universität Göttingen
u. a. Universitätsklinikum, Institutsgebäude div. Fakultäten, Mensa, Mehrzweckgebäude

1971 Projektleiter für Gutachten zur Innenstadtentwicklung div. Städte 

1973 Technischer Leiter der Entwicklung des Musterprojektes des Landes NRW “Neue Stadt Hochdahl” für 35.000 Einwohner
im Großraum Düsseldorf
Stadtplanung, Erschließung, Grünraumentwicklung

1983 Geschäftsührer eines Sanierungsträgerunternehmens
Stadtentwicklung, Stadtsanierung, Bauträgermaßnahmen mit Schwerpunkt in Baden-Würtemberg

1986 Geschäftsführer des kommunalen Wohnungsunternehmens der Stadt Wolfsburg
Instandhaltung und Modernisierung eines Wohnungsbestandes von rd. 12.000 Wohnungen,
Wohnungs- und Gewerbebau, Bauträgermaßnahmen, Projektmanagement kommunaler Großprojekte, u. a. Freizeitbad “Badeland” und Science-Center “Phaeno” (Arch. Zaha Hadid)

2004  Ende der aktiven Berufstätigkeit

Engagement
Fotografie seit 1950

Aufbau der NEULAND Stiftung Wolfsburg
ehrenamtlicher Gründungsgeschäftsführer (2014 – 2017)

Freunde und Förderer der italienischen Kultur in Wolfsburg e. V.,
Präsident (seit 2002)
“Ordine della Stella d’ Italia con il grado di Cavaliere” der Italienischen Republik für den langjährigen Einsatz für die deutsch-italienische Verständigung (2015). 

Junge Kunst Wolfsburg e. V., Gründungsmitglied (1998), langjähriger stellvertretender Vorsitzender, Ehrenmitglied

Mitglied in städtebaupolitischen und wohnungswirtschaftlichen Gremien   Inensivierung es gesellschaftlichen Engagements.